Betrug durch falschen Polizeibeamten in Gießen — Seniorin um 115.000 Euro betrogen

GießenHessenVeröffentlicht am
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Zwischen Montag (9.2.) und Dienstag meldete sich ein Unbekannter mehrfach telefonisch bei einer Gießenerin und verwickelte sie in ein Gespräch. Er gab sich dabei als besorgter Polizeibeamter aus und gaukelte er ihr mit Nachdruck vor, dass das Geld auf ihrem Bankkonto in Gefahr und nicht mehr sicher sei. Im Gespräch schilderte er, dass ein Angestellter der Bank mit Kriminellen zusammenarbeite. Man habe in diesem Zusammenhang bereits Festnahmen getätigt, dabei sei der Name der Seniorin auf einer Liste aufgetaucht. Aus diesem Grund forderte er die Seniorin auf, ihr Geld auf ein angebliches Konto der Staatsanwaltschaft zu überweisen und es so "in Sicherheit zu bringen". Als Verwendungszweck sollte sie konspirativ "Anzahlung Wohnungskauf" angeben. Zusätzlich wies der skrupellose Dieb sie an, den Hintergrund der Zahlung auf gar keinen Fall der Bank mitzuteilen. Die 84-Jährige überwies schließlich 115.000 Euro an ein fremdes Konto. Sie wurde im Nachgang skeptisch und kontaktierte selbst die Polizei. Die Ermittlungen zu dem Fall laufen.

Um es den dreisten Betrügern möglichst schwer zu machen, bittet die Polizei um Mithilfe. Sprechen Sie mit älteren Angehörigen über die vielfältigen Maschen der Täter. Stellen Sie sich als Ansprechpartner für ihre Angehörigen zur Verfügung. Zeigen Sie die Möglichkeit auf, unter der Nummer 110 jederzeit die Polizei zu Hilfe holen zu können.

Betrüger manipulieren oftmals geschickt. In der Regel versuchen sie, ihre Opfer initial zu schockieren. In vergangenen Fällen kam es bereits zu zahlreichen Anrufen und Gesprächen, die sich teils über einen langen Zeitraum, in manchen Fällen Stunden, erstrecken können. Darin üben die Kriminellen im Verlauf immer mehr Druck auf ihre Opfer aus. Die dabei genutzten Betrugsmaschen sind vielfältig. Im Kontext von falschen Bankmitarbeitern ist der typische Ablauf der gängigsten Fälle wie folgt:

Die Ermittler raten: Banken fragen telefonisch nicht nach Details, Wertgegenständen, Geheimnummern oder fordern Sie telefonisch zu Überweisungen auf. Sollte sich ein angeblicher Mitarbeiter bei Ihnen melden, ohne dass Sie darum gebeten haben: Legen Sie einfach den Hörer auf! Vergewissern Sie sich im Zweifel persönlich bei Ihrer Bank. Geben Sie auf keinen Fall Informationen zu Ihren Wertgegenständen, private Daten wie z.B. Bankkonto- und Kartendaten oder andere Zugangsdaten zu Kundenkonten (z.B. PayPal), heraus.

Im Zweifel gilt: Gespräch sofort beenden und die Polizei informieren!

Die Polizei Hessen bietet umfangreiche Präventionsangebote und gibt kostenlos Tipps. Kontakt zu den mittelhessischen Ansprechpersonen finden Sie auf unserer Internetseite:https://www.polizei.hessen.de/service/ansprechpersonen/kriminalpolizeiliche-beratungsstelle-im-polizeipraesidium-mittelhessen

Pierre Gath, Pressesprecher

Tatdetails

Tatverdächtige
1 Person, männlich
Opfer
1 Person, 84 Jahre, weiblich
Tatzeit
09.02.2026
Tatort
Gießen
Motiv
Raub
Schaden
115,0k €

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