Schockanruf-Betrug in Bautzen - Tatverdächtiger bei fingierter Geldübergabe festgenommen
Eine unbekannte Anruferin versuchte, eine 90-Jährige mit einer erfundenen Unfallgeschichte um mehrere tausend Euro und Goldmünzen zu bringen. Ihr 61-jähriger Sohn durchschaute den Betrug, spielte mit und verständigte heimlich die Polizei.
Puschwitz, OT Jeßnitz
Nach einer Welle von Schockanrufen am vergangenen Donnerstagnachmittag, den 4. September 2025, in der Umgebung von Bautzen, haben ein außergewöhnliches, engagiertes und couragiertes Verhalten eines Bürgers sowie umfangreiche Ermittlungen der Polizei zur Festnahme eines Tatverdächtigen geführt.
Was war passiert
Eine bislang unbekannte Täterin meldete sich bei einer 90-Jährigen in Jäßnitz und behauptete, deren Tochter hätte einen Verkehrsunfall gehabt. Zufällig war der leibhaftige, 61-jährige Sohn der Dame zugegen. Geistesgegenwärtig und mutig übernahm er das Gespräch und gab sich als der Vater der angeblichen Tochter aus. Die unbekannte Anruferin stellte sich nun als Anwältin vor und erklärte, dass bei einem durch die Tochter verursachten Unfall ein Mann gestorben sei. Um eine Inhaftierung abzuwenden, würde eine Kaution nötig werden. Der Sohn der Seniorin durchschaute den Betrugsversuch.
Die List
Der Sohn setzte das Gespräch fort, informierte aber parallel und unbemerkt die Polizei. Im Gespräch ging er zum Schein auf die Forderungen ein und organisierte eine fingierte Geldübergabe mit den Tätern. Dabei sollten mehrere tausend Euro und Goldmünzen übergeben werden. Aufgrund der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen dem Hinweisgeber und der Polizei konnten zeitnah Ordnungshüter an den Tatverdächtigen herangeführt und dieser schließlich bei der Übergabe des Geldes beobachtet und an der Taucherstraße in Bautzen vorläufig festgenommen werden.
Der Tatverdächtige
Bei dem Tatverdächtigen handelte es sich um einen 41-jährigen polnischen Staatsangehörigen. Er wurde am Freitag, den 5. September 2025, einem Haftrichter vorgeführt. Dieser ordnete die Untersuchungshaft an. Polizisten brachten den Mann am Nachmittag in eine Justizvollzugsanstalt. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an.
Quelle: Polizeidirektion Görlitz
Tatdetails
- Tatverdächtige
- 1 Person, 41 Jahre, polnisch
- Opfer
- 1 Person, 90 Jahre, weiblich
- Tatort
- Jeßnitz, Puschwitz