Telefonbetrug durch falsche Bankmitarbeiter in Dillenburg und Herborn
Falsche Bankmitarbeiter verschafften sich am Telefon das Vertrauen von Rentnern und ließen sich Bankkarte und PIN aushändigen. Vier Opfer zwischen 75 und 83 Jahren, in zwei Fällen kamen die Täter durch Bargeldabhebungen an rund 3000 Euro.
Heute (21.1.2025) erfuhren Beamte der Dillenburger Polizei von mehreren Betrugsfällen, deren Modus Operandi aufgrund der Kombination aus bereits bekannten Betrugsmaschen in dieser Form noch wenig bekannt ist.
In den bislang bekannten Fällen meldeten sich männliche oder weibliche Unbekannte telefonisch und gaben sich als vermeintliche Bankmitarbeiter der Opfer aus. Sie seien von der Sicherheitsabteilung und wollten sich wegen einer offenen Rechnung eines Versandhauses erkundigen, die auf dem Bankkonto vorgemerkt sei. Da es zu keinen Bestellungen kam, verneinten die angerufenen Rentner die Durchführung der Abbuchung. Unter geschickter Gesprächsführung bauten die falschen Bankmitarbeiter im weiteren Gespräch ein Vertrauensverhältnis auf und boten Hilfe an, um die Abbuchung noch abzuwenden. Dazu müsste man schnell reagieren und man sei auf die Mithilfe der Angerufenen angewiesen.
Der vermeintliche Sicherheitsmitarbeiter forderte zur Verhinderung der Abbuchung die Bankkarte und die dazugehörige PIN des betroffenen Kontos. Als vermeintliches Entgegenkommen schickte die Bank, noch während des Telefonats, einen weiteren Bankmitarbeiter persönlich zu den Angerufenen nach Hause, um die Bankkarte abzuholen. Die dazugehörige PIN erfragte der falsche Bankmitarbeiter am Telefon. Bislang sind vier Fälle in Dillenburg und Herborn bekannt geworden. Alle fanden am gestrigen Montag (20.1.2025) statt und die Betrugsopfer waren zwischen 75 und 83 Jahre alt. In zwei Fällen gelang es den Tätern, die Bankkarte und die dazugehörige PIN zu ergaunern. Durch Bargeldabhebungen gelangten sie so an rund 3.000 Euro.
Neu ist, dass die falschen Bankmitarbeiter in Kombination telefonisch agieren und zeitgleich eine persönliche Übergabe der Bankkarte fordern.
Die Polizei warnt vor solchen Betrugsmaschen und rät: Seien Sie stets misstrauisch - auch bei bekannten Rufnummern! Legen Sie auf und nehmen Sie selbst umgehend Kontakt mit Ihrem Bankinstitut auf. Gewähren Sie niemandem Zugriff auf Ihr Konto. Geben Sie außerdem keine persönlichen Informationen heraus, wie zum Beispiel Telefonnummern, Adressen, Bankdaten oder Ähnliches. Im Zweifelsfall informieren Sie die Polizei!
Der Polizei Mittelhessen ist es aufgrund der aktuellen Geschehnisse ein Anliegen, erneut und ausführlich über die Masche der Betrüger zu informieren und Verhaltenstipps zu geben:
Friederike Morello, Pressesprecherin
Tatdetails
- Tatverdächtige
- 2 Personen
- Opfer
- 4 Personen, 75-83 Jahre
- Tatort
- Dillenburg
- Schaden
- 3,0k €