Schockanruf-Betrug in Kiel-Gaarden - Seniorin um hohen vierstelligen Betrag gebracht
Aktuell häufen sich im Bereich der Polizeidirektion Kiel wieder Anrufe falscher Polizeibeamter sowie sogenannte Schockanrufe. Die Polizei warnt erneut ausdrücklich vor den Maschen. Auffällig ist, dass aktuell insbesondere russischstämmige Geschädigte betroffen sind.
Aktuell haben die unbekannten Täter ihr Vorgehen verändert und täuschen unterschiedliche Notlagen vor.
Beispielsweise wird die Beteiligung an einem Verkehrsunfall vorgetäuscht. Hierbei ruft der Täter an und weint am Telefon. Er gibt sich als vermeintlicher Familienangehöriger aus und täuscht vor, einen Verkehrsunfall verursacht zu haben. Nun müssten dringend die daraus entstandenen Unfallkosten oder auch fingierte Geldstrafen bis hin zu ausgedachten Kautionen gezahlt werden. Teilweise wird das Telefonat im weiteren Verlauf an einen vermeintlichen Polizeibeamten übergeben.
Die Täter sprechen aktuell vorwiegend russisch und kontaktieren russischstämmige Menschen. Die telefonische Unterhaltung wird überwiegend in russischer Sprache gehalten.
Eine weitere Vorgehensweise besteht darin, dass sich die Täter als vermeintliche Familienangehörige ausgeben und eine schwere Erkrankung vortäuschen. Zur weiteren Behandlung seien sie dringend auf ein teures Medikament angewiesen. Wahlweise geben sich die Täter auch als Arzt aus, um dem Angerufenen eine gewisse Seriosität vorzutäuschen. In anderen Fällen geben sich die Täter am Telefon als Polizeibeamte aus und täuschen den Angerufenen vor, dass in ihrer Nachbarschaft eingebrochen worden sei. In diesem Zusammenhang werden den Angerufenen vermeintliche Verhaltenstipps gegeben, wie sie sich vor Einbrüchen schützen können. Sie sollen unter anderem Fenster und Türen geschlossen halten. Ganz nebenbei werden die Angerufenen nach vorhandenen Wertgegenständen befragt.
In allen Fällen haben die Täter eine Gewinnabsicht und wollen die Angerufenen zur Zahlung von Geld oder zur Herausgabe von Wertgegenständen bewegen. Gestern Vormittag kam es in Gaarden zu einem vollendeten Schockanruf. Eine 85-jährige Frau, die russischstämmig und nur bedingt der deutschen Sprache mächtig ist, erhielt gegen 9 Uhr einen Anruf eines vermeintlichen russischen Polizisten, der mitteilte, dass ihre Tochter und der Schwiegersohn einen schweren Verkehrsunfall in St. Petersburg verursacht hätten. Alle Beteiligten seien schwer verletzt. Die Geschädigte müsse eine Kaution zahlen. Die Geschädigte übergab im Anschluss einem Kurier einen hohen vierstelligen Bargeldbetrag. Die gesamte Gesprächsführung sei in russischer Sprache geführt worden.
In den letzten Tagen gab es einige dieser Abrufe mit diesem Modus Operandi. Hier blieb es glücklicherweise bei Versuchstaten.
Wir geben erneut Hinweise zum Umgang mit derartigen Anrufen:
Stephanie Lage, Pressesprecherin der Polizeidirektion Kiel
Quelle: Polizeidirektion Kiel
Tatdetails
- Opfer
- 1 Person, 85 Jahre, weiblich, russischstämmig
- Tatzeit
- 09.02.2026 um 09:00 Uhr
- Tatort
- Gaarden, Kiel
- Motiv
- Raub
- Schaden
- 5,0k €