Zwei Tatverdächtige nach Shoulder-Surfing-Betrugsserie in Haft
Zwei Männer im Alter von 42 und 44 Jahren beobachteten an Geldautomaten die PIN-Eingabe von Kunden und entwendeten anschließend deren Karten. Ihnen werden mindestens 75 Taten mit einem Schaden von über 200.000 Euro zugerechnet.
Der Kriminalpolizei Freiburg ist es nach umfangreichen Ermittlungsmaßnahmen und in enger Zusammenarbeit mit weiteren Polizeipräsidien gelungen, zwei dringend Tatverdächtige am Donnerstag, 16.01.2025, in Krauchenwies bei Sigmaringen auf frischer Tat vorläufig festzunehmen. Wie die Ermittlungen ergaben, stehen die beiden Männer im Alter von 42 und 44 Jahren im dringenden Tatverdacht, gewerbs- und bandenmäßige Betrugsstraftaten in vielfacher Anzahl begangen zu haben.
Beim sogenannten "Shoulder Surfing" beobachteten die dringend Tatverdächtigen arbeitsteilig Kundschaft am Geldausgabe-Automaten bei der Eingabe derer PIN. Anschließend wurden diese durch die beiden Männer während eines fingierten Gesprächs abgelenkt, sodass die Bank- bzw. Kreditkarten der Opfer nach Ausgabe aus dem Automaten entwendet werden konnten. Diese wurde in der Folge für widerrechtliche Bargeldabhebungen genutzt. Die beiden dringend Tatverdächtigen waren bei zurückliegenden Taten wohl derart professionell vorgegangen, dass den lebensälteren Opfern der Vermögensschaden oft erst mehrere Wochen später oder bei der Einsicht auf Kontoauszüge aufgefallen war. Bis dahin wurden die Geldbestände auf den Bankkonten der Geschädigten von den dringend Tatverdächtigen vollständig abgehoben.
Das "Shoulder Surfing" ist ein bekanntes Kriminalitätsphänomen, bei dem die Täterschaft für die Tatbegehungen äußerst professionell vorgeht. Den beiden dringend Tatverdächtigen liegen aufgrund der über mehrere Monate hinweg andauernden Ermittlungen bislang mindestens 75 Tatbegehungen zur Last. Hierbei reiste die Täterschaft meist nur für kurze Zeit nach Deutschland ein. Dabei entstandt ein bislang bekannter Vermögensschaden von über 200.000 Euro. Bei den Ermittlungen wurden unter anderem auch sogenannte «Super Recognizer» der Polizei eingesetzt, welche die beiden dringend Tatverdächtigen auf verschiedenen Videoaufzeichnungen identifizieren konnten. Die bislang bekannt gewordenen Straftaten erstreckten sich über die Zuständigkeitsbereiche der Polizeipräsidien Offenburg, Konstanz, Pforzheim, Ravensburg und Freiburg.
Die von der Staatsanwaltschaft Freiburg beantragten Haftbefehle wurden noch am selben Tag antragsgemäß erlassen und in Vollzug gesetzt. Die beiden dringend Tatverdächtigen französischer Staatsangehörigkeit befinden sich nun in Untersuchungshaft. Die Kriminalpolizei Freiburg führt die Ermittlungen und prüft, ob die beiden Männer weitere Taten begangen haben.
So können Sie sich gegen "Shoulder Surfing" schützen:
mg
Quelle: Polizeipräsidium Freiburg
Tatdetails
- Tatverdächtige
- 2 Personen, 42-44 Jahre, männlich, französisch
- Opfer
- 75 Personen
- Tatort
- Krauchenwies
- Schaden
- 200,0k €