Schockanruf-Betrug in Varel - Seniorin übergibt Bargeld und Schmuck
Eine 82-Jährige erhielt am Vorabend einen Anruf eines angeblichen Arztes, der von einem Unfall ihres Sohnes erzählte und eine Kaution forderte. Nach zweistündigem Telefonat übergab sie Bargeld und Schmuck an eine Verbindungsperson.
Am 03. April 2025, 07:52 Uhr, teilt eine 82-jährige Geschädigte dem Polizeikommissariat Varel fernmündlich mit, am Vorabend durch eine männliche Person telefonisch kontaktiert worden zu sein, welche sich als Arzt eines auswärtigen Krankenhauses ausgegeben habe.
Die Seniorin sei darüber informiert worden, dass ihr Sohn einen Verkehrsunfall mit anschließender Flucht verursacht habe, bei welchem eine Frau tödlich und deren Kind schwer verletzt worden sei. Der unfallverursachende Sohn der Geschädigten befinde sich in einem Krankenhaus. Ein Ermittlungsverfahren gegen diesen sei bereits eingeleitet worden. Lediglich die Zahlung einer Kaution entbinde ihn von einer Haftstrafe.
Im Rahmen eines etwa zweistündigen Telefonates gibt die Geschädigte Auskunft über liquide Geldmittel und vorhandenen Schmuck. Im Folgenden sei sie angewiesen worden, den Schmuck in ein Behältnis zu verpacken, mit einem vorgegebenen Aktenzeichen zu versehen und dies zusammen mit dem Geld in einem Rossmann-Beutel zu verstauen, um es einer Verbindungsperson zu übergeben.
Nach einem weiteren Anruf der vermeintlichen Schwiegertochter der Geschädigten, welche ihrerseits unter Tränen den Verkehrsunfall bestätigt habe, sei die Seniorin vereinbarungsgemäß von einer Verbindungsperson aufgesucht worden.
Beschreibung der Verbindungsperson:
Die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland nimmt den Fall zum Anlass, erneut vor Schockanrufen zu warnen.
"Es beginnt mit einem Telefonanruf und endet oftmals in einem finanziellen Desaster: Durch eine zum Teil perfide Gesprächsführung setzen sie die Angerufenen so unter Druck, dass diese schließlich ihr Vermögen hergeben"
Bei dieser Vorgehensweise handelt es sich um ein bundesweites Phänomen. Die Anrufer besitzen eine hohe Überzeugungskraft und das notwendige Geschick, Geschädigte davon abzuhalten, sich an die örtliche Polizei zu wenden.
+++ Wir beraten Sie gerne: Unsere Ansprechpartner*innen +++
Das Präventionsteam der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland kann wertvolle Verhaltenshinweise geben. Neben Katja Reents, die als Beauftragte für Kriminalprävention für den Bereich Wilhelmshaven zuständig ist und die Sie unter der Rufnummer 04421 942-108 erreichen, stehen im Landkreis Anja Kienetz, Sachbearbeiterin Prävention beim Polizeikommissariat Jever, unter der Rufnummer 04461 7449-181 sowie Eugen Schnettler, Sachbearbeiter Prävention beim Polizeikommissariat Varel, unter der Rufnummer 04451 923-181 als weitere Ansprechpartner zur Verfügung. Neben dem Präventionsbereich der Polizei steht ebenfalls der Verein zur Förderung kommunaler Prävention in Wilhelmshaven (VKP) unter der Telefonnummer 04421 7780942 für Beratungen zur Verfügung.
Tatdetails
- Tatverdächtige
- 2 Personen, männlich
- Opfer
- 1 Person, 82 Jahre, weiblich
- Tatort
- Varel